Tinghir und Todratal.

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Die Kasbah des Glaoui in Tinghir

Kasbah des Glaoui in Tinghir 1919.
Die Kasbah des Glaoui um 1919 und im Hintergrund der Ksar Tasga

Hoch auf dem Hügel Ighir n'Mehalt, nahe des Ksars Tasga und unweit vom Ksar Tinghir, wacht die Kasbah des Glaoui über der Stadt und dem Palmhain, als Symbol einer vergangenen Zeit.

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Alte und neue Kasbah des Glaoui in Tinghir 1950.
Die Kasbah um 1950

Die alte Kasbah des Glaoui in Tinghir.
Die « Alte Kasbah » heute

Die neue Kasbah des du Glaoui in Tineghir.
Die « Neue Kasbah » heute

Alte Kasbah des Glaoui in Tinerhir.
Teil der « Alten Kasbah »

Die neue Kasbah des Glaoui in Tinerhir.
Die »Neue Kasbah » aus der Sicht von unten

Bei den Einwohnern von Tinghir bekannt unter dem Namen « Taglaouit », bedeckt die Kasbah des Glaoui eine Fläche von 8.000 m² und ist in zwei Hauptgebäude aufgeteilt. Das Erste wird die « Alte Kasbah » genannt und wurde 1919 erbaut, nachdem sich eine große Anzahl Ksours der Ait Todra dem Thami El Glaoui unterwarfen. Der auserwählte Standort war auf dem Hügel von Ighil n’Mehalt, wo früher die Armee des Sultans während ihrer Aufenthalte in der Region kampierte.

Für die Bauarbeiten wurden hauptsächlich Männer aus den unterworfenen Ksours unter Bedrohungen verdingt, was ein schnelles Vorankommen garantierte.

Sobald die Gebäude fertiggestellt waren (auf dem Photo ganz oben zu erkennen), zogen El Glaoui und seine Männer weiter nach Ouarzazate. Sie hinterließen einen Kalifen (Vertreter der Obrigkeit) und eine kleine Garnison. Jedoch rasch wurde das Gebiet von den, vom Rebellen Moulay Mohamed n’Ifrouten entsandten Stamm der Ait Atta aus dem Tafilalet, attackiert. Der Pascha von Marrakech musste unverzüglich zurückkehren um die Ordnung wiederherzustellen.

Die Geschichte wiederholte sich ein Jahr späte unter dem Kommando des Rebellen Ba Ali. Dieses Mal blieben die Harki des Pascha Glaoui mehrere Monate auf Platz und hinterließen nach ihrer Abreise einen neuen, sehr energischen Kalifen, Said Ou Laid Ou Tifnout, unter ihm herrschte sieben Jahre Ruhe.

Doch im Jahre 1927 brach zwischen den Ait Atta des unteren Todratals eine erneute Rebellion aus. Die Kasbah wurde während langer Zeit belagert und dieser Aufstand konnte erst durch die Ankunft der französischen Armee 1930 unterdrückt werden. Nun wurde etwas weiter unten das zweite Gebäude gebaut, die « Neue Kasbah » genannt. Aus der gleichen Zeit stammt auch die, auf dem Hügel gleich gegenüberliegende, französische Kaserne.

Wenn die “Alte Kasbah” streng geordnet und schmucklos erschien und vor allem für Verteidigungszwecke gedacht war, so besaß die “Neue Kasbah” einen schönen, von Pfeilern und Arkaden umgebenen Innenhof sowie mit Stuckarbeiten verzierte Salons und Decken.

Am Gefälle des Bodens angepasst, war sie im ersten Stockwerk größer als im Erdgeschoss. Die vier klassischen Türme wurden nicht von Grund auf, sondern auf die Terrasse gebaut. Ein fünfter Turm mitten in der südlichen Außenmauer erlaubte die Schaffung eines Innenraumes für Geselligkeiten, wie dies in den Palästen in den Städten Mode war, zB. um die Musiker zu platzieren.

Zusätzlich zu den beiden großen Wohnbauten, schloss die, von einer Mauer umgebene Anlage noch weitere Nebengebäude ein, wie die Wache, zwei große Militär-Übungsplätze, Gästehäuser, Stallungen, Küchen und Lagerräume. Ein tiefer Ziehbrunnen lieferte das nötige Wasser.

Die Kasbah wurde bis zur Unabhängigkeit Marokkos im Jahre 1956 bewohnt. Mit dem Tod von Thami El Glaoui und der Entmachtung seiner Familie wurde sie wie alle anderen seiner 30 Kasbahs im Süden Marokkos, aufgegeben. Durch die Rachsucht der, vom Pascha El Glaoui nicht bezahlten Bauarbeitern und der unterdrückten, ausgebeuteten Bevölkerung, wurde sie geplündert, teilweise verbrannt und alles Verwertbare wie Pfeiler, Türen, Fenster fortgetragen.

Vier Jahrzehnte später kaufte der Investor Mohamed Choukrani die gesamte Anlage mit der Idee, sie in ein Tourismusprojekt umzuwandeln. Jedoch stieß er seitens der Bevölkerung Tinghirs auf Widerstand und so ist bis heute noch kein Schritt zur Restaurierung unternommen worden. Heute ist die Kasbah des Glaouis zu einer Ruine verfallen.

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